Wunschdenken in der Schweiz
Wednesday, 20 October 2010 17:45
Die schweizer Tageszeitung "Tagesanzeiger" sieht Kriegsminister Guttenberg schon über die Machenschaften seiner Frau stürzen. "Tatort Internet" gebärde sich wie "Staatsanwalt, Richter und Vollzugsbeamter in einem" schrieb die Zeitung. Offenbar hat die Hetzjagd auf vermeintliche Pädophile ihr erstes Todesopfer gefordert: einen 61-jährigen Kinderheim-Leiter der Caritas, der seit der Ausstrahlung der Sendung verschwunden ist. Anstatt die Informationen den staatlichen Strafverfolgungsbehörden zu übergeben, hat RTL-II bis zur Ausstrahlung der Sendung gewartet. Es liegt also der Verdacht nahe, dass der Sender mehr auf die Einschaltquoten schaut, als er an der strafrechtlichen Verfolgung der Täter und am Schutz der Kinder interessiert ist. Gute Einschaltquoten bedeuten jedoch auch Popularitätszuwachs für den jetzigen adligen Kriegsminister und seine nicht minder adlige Frau Gemahlin, die immerhin eine Ururenkelin des deutschen Oberadligen Otto von Bismarck ist. Und der männliche Part der Guttenbergs lebt nunmal ausschliesslich von seiner Popularität.
Als kleines Bonbon sei noch erwähnt, dass einer der enttarnten Pädophilen ein 33-jähriger Bundeswehrsoldat ist. Welchen Teil mag er zum Export westlicher Werte nach Afghanistan beitragen?
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