Cold Calling aus Istanbul
Last Updated on Wednesday, 14 September 2011 12:27 Tuesday, 12 July 2011 16:57
Sie nerven wieder, die Telefon-Hausierer, die ungefragt über die Telefonleitung ins Wohnzimmer platzen und einem Vorzugsaktien und tolle Prämien "schenken" wollen. Wie nett und überaus selbstlos sie doch sind.
Schon zum zweiten Mal dieses Jahr rief mich derselbe Cold-Caller an. Er fragte, ob ich mich denn noch an ihn erinnern würde, er würde ja in unregelmässigen Abständen immer 'mal wieder anrufen. Ich erinnerte ihn nicht, was für ihn klar war, denn das letzte Mal war ja schon ein Weilchen her. Kein Problem. Er versuchte mir daraufhin ein Gespräch über mein Anlageverhalten, meine Bankangelegenheiten und insbesondere über die Einmalzahlungen der Banken als Neukundenprämien aufzuzwingen, nur um mir dann mitzuteilen, dass er ein viel besseres Angebot hätte, nämlich Aktien anstelle der Einmalzahlung!
Ich stieg nicht auf seine Masche ein, sondern fragte ihn für welche Firma er denn arbeiten würde. Das wäre die AP Promotion. Wo die denn ihren Sitz hätte. In Istanbul. Und mit wem spreche ich, bitte? Mit "Dennis Hank". Ah ja, Dennis Hank. Ob er denn sicher wäre, dass "Dennis Hank" auch der richtige Name ist? Nein, das war er nicht, denn nach dieser Frage wurde die Verbindung durch "Dennis Hank" oder seinen Supervisor unterbrochen.
Schade eigentlich, denn so weiß ich leider nicht genau, was der Herr aus Istanbul mir denn jetzt eigentlich verkaufen oder schenken wollte. Wahrscheinlich hab' ich mir durch dieses ewige Misstrauen den guten Absichten der Cold-Caller gegenüber zum wiederholten Male die Chance auf ein Bombengeschäft vermasselt.
Eins weiß ich indes: der Anrufer heisst nicht "Dennis Hank", und wer bei einem Verkaufsgespräch schon mit falschem Namen antritt, der hat auch einen Grund dafür.
Wer also die Nummer 0090-2122256574 auf seinem Display sieht, der sollte sich schonmal das schöne Gegenskript (pdf) des niederländischen Datenschutzvereins EGBG, zurechtlegen. Gleich daneben legt man das Formular der Bundesnetzagentur zur "Mitteilung über unerlaubte Telefonwerbung (Cold Calls)" (pdf, 77 kb). 50.000 € Strafe ist das Höchstmaß für "Cold Calls", Geld das zwar im Staatssäckel landet, aber sei's drum, wenigstens halten die Nervensägen von der Promotion- und Kaltakquisemafia dann für ein Weilchen den Rand.
Bnet.info bietet eine Datenbank, in die man Rufnummern von Werbeanrufern, etc. eintragen bzw. abfragen kann.
Update: Jetzt heisst der Typ "Herr Schröder" und will einem 100 Goldaktien andrehen bzw. "schenken". Völlig daneben.
Die Adresse ist:
AP Promotion
19 Mayis Cad. No. 4
34360 Istanbul
Kontaktaufnahme
Telefon + 90 212 225 6574
Telefax + 90 212 225 3666
E-Mail
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Unternehmensdaten
Geschäftsführer: Mahmut Gevrek
Die Domain ap-promotion.net hat die IP-Adresse 81.88.40.51 und wird von der KONTENT GmbH in Duisburg gehostet.
Die sogenannte Hackergruppe Anonymous hat einen schönen Weg aufgezeigt, wie man Unternehmen den Stinkefinger zeigen kann: z.B. mit dem Versenden von schwarzen Faxen oder dem eMail-Bombing. Wir könnten also über freie Faxservices schwarze Blätter an die Faxnummer der AP Promotion: + 90 212 225 3666, z.Hd. Herrn Mahmut Gevrek, senden.
Ganz konkret könnte das folgendermaßen ablaufen:
- Man könnte sich das FireFox Addon "Elite Proxy Switcher" herunterladen und installieren.
- Dann könnte man sich bei Mailinator.com eine Wegwerf-eMail-Adresse besorgen.
- Sodann könnte man zum kostenlosen Faxservice MyFax hinübersurfen und
- dieses 10-seitige Pdf an + 90 212 225 3666 versenden, jeder 2-3 Mails pro Tag.
Nur mal so, als Idee.
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