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Stephanie Guttenberg: Schaut hin!

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Nach dem Abgang ihres Mannes, des Lügenbarons gleichen Namens, hat Stephanie Guttenberg ein neues Buch auf den Markt geworfen, dass sich mit den Wertesystemen insbesondere sogenannter konservativer Politiker beschäftigt.

 

 

Das Beispiel ihres Mannes vor Augen, schildert Guttenberg die geistig-moralische Verlotterung und Doppelmoral der Unionspolitiker. Diese würden, ähnlich den ihnen nahestehenden Kirchen, Wasser predigen jedoch Wein trinken. Als Beispiele nennt Guttenberg u.a. die Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche, die Korruption des ehemaligen Ministerpräsidenten von Hessen, Roland Koch, die "Vergesslichkeit" bezüglich eines Koffers mit Diebesgut des jetzigen Finanzministers des Bundes, Wolfgang Schäuble, sowie die evangelische Kirche, die keine Gewerkschaften zulässt und ihre bei der Diakonie angestellten Pflegekräfte 10% unter Tarif entlohnt, gleichzeitig jedoch über die Kirchensteuer von höheren Tarifabschlüssen von gewerkschaftlich organi guttenberg-unredlichkeit-ehrlosigkeit_schaut-nicht-weg sierten Arbeitnehmern profitiert.

Prominentestes und aktuellestes Beispiel ist natürlich der Fall des Karl-Theodor Guttenberg, der seine Doktorarbeit zu gut einem Viertel abgeschrieben hatte und dies vehement gegenüber Bundestag und Öffentlichkeit abstritt. Er wolle weiterhin über die Besetzung der Bundeswehruniversitäten entscheiden, schliesslich fehle es dort noch an willfährigem Personal. Erst als die Beweislast ihn zu erdrücken schien, zog er die Konsequenzen und trat vom Amt des Bundesverteidigungsministers zurück. Lediglich sein Bundestagsmandat behielt der 39jährige Familienvater, wohl um seine Diäten nicht zu verlieren und die Ausbildung die Doktorarbeiten seiner Kinder vom Steuerzahler finanzieren lassen zu können.    

Eindringlich warnt Stephanie Guttenberg zudem vor dem designierten Innenminister, Hans-Peter Friedrich. Dieser sei ein Stasi-2.0-Mann und strebe die Errichtung einer national-neo-konservativen, kapitalistischen Diktatur an. Die Einführung der Vorratsdatenspeicherung und der Aufbau einer umfassenden Zensurinfrastruktur um insbesondere das Internet und seine Nutzer besser ausspionieren und kontrollieren zu können seien wichtige Meilensteine auf diesem Weg.

Dieses Buch ist ein eindringlicher Appell an alle, denen Ehrgefühl, Anstand und Redlichkeit noch nicht abhanden gekommen sind, nicht wegzuschauen, sondern sich weiterhin einzumischen und, falls nötig, den Finger in die Wunde zu legen. Es ist gleichzeitig eine Abrechnung mit dem elitären Zirkel aus Politikern, Unternehmernschefs, Bankern und dem Geldadel, denen Voraussicht ebenso wie Anstand und Ehrlichkeit abhanden gekommen sind. Guttenberg, die selbst diesen Kreisen entstammt und sich daher bestens auskennt, plädiert für eine Kultur der Gewaltfreiheit und des gegenseitigen Respekts.

Im Gegensatz zu ihrem Erstlingswerk ist dieses Buch tatsächlich lesenswert. Schade nur, dass es nicht geschrieben wurde, und schon gar nicht von Stephanie Guttenberg.

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