Kanada: Schlachtordnung gegen friedliche Terroristen
Last Updated on Tuesday, 28 September 2010 12:19 Sunday, 27 June 2010 23:04
Neulich, beim G8-20 Treffen der Reichen und Starken
Während das Merkel-Ferkel mit dem neuen Regisseur des (ehemals) grossen Britanniens die Heldentaten unserer Sommermärchenritter bestaunte und nachher ganz beglückt, wie das kleine Mädchen, das gerade seinen ersten feuchten Traum vom Prinzen auf weißem Rappen hatte, vor die versammelte Presseentourage trat, zeigten Kanadas Mounties sich von ihrer politisch korrekten Seite: nicht als tuntige, verschwuchtelte Paraderockträger, sondern als unerschrockene Kämpfer, ja als Krieger für Recht, Ordnung, Moral, Anstand, Mut, Menschenwürde, Fairness, Respekt und Achtung vor Freiheit, Demokratie, dem Recht auf eine andere Meinung und dem Recht, dieser durch Demonstration und freie Rede auch Ausdruck zu verleihen.
Schön zusehen dabei ist die neuzeitliche Schlachtordnung, etwa bei Sekunde 26 des Videos, mithilfe derer die feindlichen Truppen vor sich hergetrieben werden: erst die Infanterie in martialischer Aufmachung, Schwerter und Knüppel schlagen rhythmisch den Takt römischer Sklavengaleeren auf ihre Schilde und treiben die verängstigte, teils hysterische Übermacht der friedlichen Terroristen (Terroristen müssen das schon deshalb sein, weil sie da sind; außerdem ergibt die Geschichte sonst keinen Sinn) dank ihrer überlegenen Geistes-, Waffen- und Körperkraft vor sich her. Dahinter, bereit auch die letzten Aufständischen niederzureiten und ihrem (selbst-)gerechten Schicksal zu übergeben, die Kavallerie. Kerzengerade, aufrecht in Geist und Körper, loyal ihren Herren ergeben bis zum Ende, eine Einheit bildend mit dem Tier, von dem man sprichwörtlich denkt getreten zu werden, wenn man diese Bilder (mal wieder) sieht, wacht und harrt sie, die berittene Garde und schmunzelt ob der Armseligkeit der Demonstranten. Wir haben Pferde, Knüppel, Gas, Elektroschocker, Schilde, Helme, Eierbecher, Körperpanzer, und Funkgeräte! Wir sind die ELITE, eure Meister! Und ihr? Ihr habt nur eure lächerlichen Ansichten, Meinungen, Ideen, Hirngespinste. Wir greifen uns einen von euch. Und ihr? Zittert vor Angst, bebt vor Furcht der oder die (am liebsten die) Nächste zu sein.
Diese Truppe bräuchten wir in Afghanistan, in Irak, Iran, Kirgisien, Israel. Dann wäre die Welt voll Friede. Aber bis dahin muss noch gekämpft werden, heroisch das Banner der Freiheit mit Tränengas und Pfefferspray vor den friedlichen Terroristen verteidigt werden (exemplarisch hierzu die Minute 4, genauer 3:10), wo der offensichtlich sich jetzt von friedlichen Terroristen in einen wilden, wütenden Mob verwandelnde Menschenhaufen (in der Hauptsache mit, meist digitalen, Aufzeichnungsgeräten in der Faust bewaffnet) seine Kräfte bündelt, jeden Augenblick bereit die sich kurz öffnenden Reihen der Guten und Gerechten zu durchbrechen und Elend und Tod und Verderben unter den tapferen Mannen Ihrer Majestät zu verbreiten.
Den höchsten Himmelsmächten sei Dank, gloria in excelsis deo, konnte die schändliche Tat, der Anschlag mit einem Polenböller, der Veheerung und Leid über uns alle gebracht hätte, von einem Ritter in schwarz mit roten Streifen an der Hose, verhindert werden.
Aber seht selbst: Kanada, Gastgeberland der Olympischen Winterspiele, erwehrt sich seiner penetranten und vor allem unerwünschten Besucher und, so steht zu vermuten, auch seiner (noch-)Bürger.
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27.03.12 20:30
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07.03.12 11:21
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