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Bananen für die Schweiz

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Nehmen wir an, jemand klaut in einem Obstladen zwanzig Bananen. Der Ladenbesitzer bemerkt dies und hält den vermeintlichen Kunden auf.

Er fragt ihn, ob er die Bananen denn nicht bezahlen wollen würde. "Nein" sagt der vermeintliche Kunde, das wolle er nicht. Da sagt der freundliche rollstuhlfahrende Ladenbesitzer, nennen wir ihn Wolfgang S., zu dem vermeintlichen Kunden: "Naja gut, wenn Sie die Bananen denn unbedingt klauen wollen, dann sagen Sie mir einfach wie viele es sind und bezahlen pauschal nur jede vierte. Ach ja, und die Polizei müssen wir auch nicht einschalten, Ihre Personalien brauche ich nicht, denn jetzt machen Sie das ja bestimmt nieee wieder, weil Sie ja so ein netter Mensch sind und bestimmt nur aus purer Not Bananen klauen." "Toll", denkt sich da der Dieb, " das ist ja hier wie bei K&K: Komm' und klau'! Selbstbedienung zur günstigen Flatrate. Hier lässt's sich trefflich schmarotzen, da bleib' ich doch ein Weilchen und fress' mich dick und rund".

Jetzt setzen wir für die Bananen "Schwarzgeld" ein, der Saftladen ist die Bananenrepublik Deutschland, der Chef vom Laden ist der bundesdeutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, und die Unterhaltung ist in Form des gerade beschlossenen Steuerabkommens mit der Schweiz kodifiziert.

Interessanterweise ist ein Argument für das Abkommen, dass die Schweiz "zu weiteren Zugeständnissen nicht bereit war" (TAZ), wohl um ihr Geschäftsmodell nicht vollkommen obsolet werden zu lassen. Ob das nun ein Wink mit dem Zahnstocher an Griechenland ist, denen nachgesagt wird kein Geschäftsmodell zu haben bzw. sich um ein neues bemühen zu müssen? Oder soll damit den Schweizern das griechische Schicksal erspart bleiben? Schliesslich wäre das doch äusserst peinlich, wenn der stolze, einst so verschwiegene, Bankenstandort im Herzen Europas den Gang zum IWF antreten müsste, nicht, weil schlampig gewirtschaftet wurde, sondern weil das Geschäftsmodell auf kriminellen Handlungen in anderen Ländern beruhte. So ähnlich wie die Opiumplantagen in Afghanistan und Koka aus Kolumbien. Wenn der IWF da in die Bücher gucken würde... Vielleicht hat deshalb Schäuble Muffensausen, dass die ganzen Schwargeld-Sauereien unter Kohl wieder nach oben kommen, und der Herr Ex-Kanzler mit seinem Schweigen letzlich niemandem mehr hilft?

Wie lange wird es wohl dauern, bis der Laden bei dieser Führung pleite ist, bzw. wie lange müssen die Angestellten, also das Personal der BRD, schuften, um die Gier der Steuerbetrüger befriedigen und die Dummheit des senilen Finanzministers ausgleichen zu können?

Aber seien wir doch ehrlich: Es ist doch vieeel schlimmer Bananen zu klauen, als ein, zwei, drei Millionen Euro am deutschen Fiskus vorbeizuschleusen. Schliesslich muss man ja erstmal an das ganze Geld kommen - wenn das nicht der Beweis ist, dass Reiche sowieso die besseren und damit schützenswerteren Menschen sind...

 

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